Digitale Edition und Kommentierung
der Tagebücher des Fürsten
CHRISTIAN II.
von Anhalt-Bernburg (1599–1656)
 
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Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg und die Fruchtbringende Gesellschaft

A. Herz/ A. Zirr

I. Die Fruchtbringende Gesellschaft (FG, 1617–1680) war mit 891 Mitgliedern die größte und bedeutendste kulturelle Vereinigung des 17. Jahrhunderts in Deutschland. Sie wurde am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges, im August 1617 in Weimar von Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen (1579–1650) und seinem Sohn Ludwig d. J. (1607–1624), den Herzögen Johann Ernst d. J. (1594–1626), Friedrich (1596–1622) und Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar (1598–1662) sowie dreien ihrer Hofleute gegründet und schuf sich im Sinnbild der universal nützlichen Kokospalme und unter der Devise „Alles zu Nutzen“ die Grundsymbolik ihrer irenisch-patriotischen und pazifizierenden Reformimpulse. Alle anhaltischen Fürsten, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und teilweise darüber hinaus Verantwortung trugen, auch Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg, gehörten der Gesellschaft an. Dem eigenen Anspruch nach staatsfern, herrschafts- und hierarchiereduziert sowie überkonfessionell ausgerichtet, rekrutierte die FG ihre Mitglieder schnell über Mitteldeutschland hinaus im gesamten Heiligen Römischen Reich und sogar im europäischen Ausland. Als eine höfische Akademie stellte sie ein einzigartiges, komplexes Gesellschaftsmodell dar, mit einer hohen Mitgliederzahl aus dem Adels- und Reichsfürstenstand und einer überragenden Mehrheit protestantischer Mitglieder. Gleichwohl verfolgte die FG von Beginn an ein irenisches und über(kriegs)parteilich-patriotisches Programm, das im regulierenden Ausbau der Volks- und Muttersprache und in einer christlich-humanistischen praktischen Ethik des Gemeinsinns seine Anker fand.1

II. Als unmittelbare Vorbilder standen der FG die italienischen Renaissance-Akademien Modell, die auf die Kultivation höflicher Sitten, die Emanzipation der Volkssprache und die Förderung moderner Wissenschaften, Künste und Literatur abzielten, insbesondere die Accademia della Crusca zu Florenz, der Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen seit 1600 angehörte.2 In ihrem erstmals 1622 veröffentlichten knappen Manifest stellte sich die FG explizit in diesen Zusammenhang, denn man habe in Deutschland eine den „Academien, die in frembden Landen/ beydes zu erhaltung guten vertrawens/ erbawung wolanstendiger Sitten/ als nützlicher außübung jedes Volcks LandsSprachen/ auffgerichtet“, vergleichbare Institution schaffen wollen, die einem jeden „liebhaber aller Erbarkeit/ Tugend und Höfligkeit/ vornemblich aber des Vaterlands“ offen stehe.3 Zwei Gesellschaftsziele wurden explizit genannt: Erstens hatte sich jedes Mitglied als zivilisiert, im Umgang verträglich und in seiner Selbstverpflichtung auf das Gemeinwohl je nach Stand, Beruf und Qualifikationen als vorbildlich und nützlich zu erweisen. Zweitens sollte es „die Hochdeutsche Sprache  [...] auffs möglichste und thunlichste erhalte[n]/ un[d] sich so wohl der beste[n] außsprache im reden/ alß de[r] reinesten art im schreiben un[d] Reimen-dichten befleißigen“.4 Die praktische Spracharbeit der Fruchtbringer zielte auf eine umfassende Regulierung und Bereicherung der deutschen Sprache (Grammatik, Rechtschreibung, Wortschatz, Poetik, Prosastilistik) und erschöpfte sich keineswegs in einem sterilen Fremdwortpurismus. Sie verband sich mit der „Conversazione civile“ (Stefano Guazzo, 1530–1593) als der ständeübergreifenden Ausweitung des höfischen Konversations- und Verhaltensideals hin zu einer kultivierten zivilgesellschaftlichen Kommunikation.5

Neben den Angeboten der italienischen Renaissance-Akademien griff die FG auch einheimische Ideen auf, etwa jene des in Mitteldeutschland wirkenden Pädagogen Wolfgang Ratke (1571–1635), der mit seiner muttersprachlich basierten Reformdidaktik wichtige Impulse zur Entwicklung der deutschen Sprache und einer deutschsprachigen wissenschaftlichen Episteme freisetzte.6

Während von Beginn an literarische und gelehrte Übersetzungen ein zentrales Arbeitsfeld der Fruchtbringer waren,7 kam seit den fortgeschrittenen 1630er Jahren zudem eine intensive und differenzierte Sprach- und Literaturdebatte auf, in der eine wissenschaftliche Teamarbeit angesteuert wurde, wie sie in den Renaissance-Akademien üblich war. Sie wurde in Verbindung mit den sich entwickelnden Verfahren gegenseitiger Kritik und unter der umsichtigen Diskursregie Fürst Ludwigs als langjährigen Gesellschaftsoberhaupts ein wichtiger Bestandteil der sozietären Wissenskultur innerhalb der FG.8 Gedruckte Lehrwerke zur deutschen Grammatik und Rechtschreibung erschienen ebenso wie Poetiken, das erste vollständige deutsche Wörterbuch aber erst 1691 durch das späte FG-Mitglied Kaspar von Stieler (1632–1707).9 Diese Spracharbeit hat der FG später den Namen einer „Sprachgesellschaft“ eingetragen, der jedoch ihre Verankerung in der frühneuzeitlichen Akademiebewegung Europas unterschlägt und ihre Programmatik vereinseitigt, da die „außpolirung“ der deutschen Sprache immer als Bestandteil sowohl der Förderung „deß Vaterlandes nuz, wolfart und frommen“ als auch der europaweiten Sprachkultivierung verstanden wurde.10

III. Bereits zwei Tage nach seiner Rückkehr nach Anhalt aus kaiserlicher Haft (vgl. Menüpunkt „Biographie“) wurde Christian II. am 25. Februar 1622 in Köthen als 51. Mitglied in die FG aufgenommen. Er erhielt den Gesellschaftsnamen „Der Unveränderliche“, als Pflanze den „Cypressenbaum“ mit dem Beiwort „Dringet in die Höhe.“11 Eine Versammlung mit Fürst Ludwig, Fürst Johann Kasimir von Anhalt-Dessau (1596-1660) und einer Reihe fürstlicher Räte bot den Rahmen für diese Aufnahme. In das Köthener Gesellschaftsbuch trug sich Christian aber erst 1630 eigenhändig mit seinem Wahlspruch „Tugendt schwebt oben“ (auch als „Astra petit virtus“ häufig gebraucht) ein.12 Wie auf Fürst Ludwig übte auch auf seinen Neffen Christian die moderne italienische Bildung eine starke Attraktion aus.13 Beide verband zeitlebens das Interesse an Sprache(n) und Literatur(en), trotz phasenweiser Entzweiung in politischen Ansichten, und so blieb Christian innerhalb der fürstlichen Familie auch der wichtigste Austauschpartner seines Onkels in Angelegenheiten der FG. Christian nahm neue Mitglieder auf (vgl. z. B. den Tagebuch-Eintrag vom 6. 4. 1628) und setzte sich für die Aufnahme neuer Mitglieder ein, u. a. für Martin Opitz (1629), den er in Breslau persönlich kennengelernt hatte.14 Auch vermittelte er fruchtbringerische Korrespondenz, etwa an die österreichischen FG-Mitglieder15, und unterhielt Kontakte zu Fruchtbringern wie Hans Philipp (von) Geuder (1597–1650) oder Graf Friedrich Kasimir von Ortenburg (1591–1658). Er sammelte Mitgliederbeiträge für den Druck des mit Kupferstichen illustrierten Gesellschaftsbuches von 1629/30 ein, wie sein Tagebuch überhaupt immer wieder singuläre Binneneinsichten in die FG und ihr kulturelles Umfeld bietet. Nach 1650 und der Verlagerung des FG-Geschehens an den Weimarer Hof des neuen Oberhaupts, Herzog Wilhelm IV., scheint Christian in FG-Belangen nicht mehr in Erscheinung getreten zu sein.16

IV. Während er sich an der engeren Sprachdebatte nicht aktiv beteiligte, tat sich der hochgebildete Fürst Christian II. als Übersetzer aus dem Italienischen und Französischen hervor. Schon während seiner zweiten Reise nach Italien 1623/24 übte er sich an einer Dante-Übersetzung; später schlossen sich Gelegenheitsgedichte, kleine Übersetzungs- oder Bearbeitungsversuche an Versen Giovanni Battista Guarinis (1538–1612) und Francesco Petrarcas (1304–1374) an,17 aus dessen Canzoniere er auch später noch wiederholt in seinem Tagebuch zitierte. Spätestens seit seinem Italienaufenthalt beschäftigte sich Christian zudem mit einer Übersetzung von Antonio de Guevaras (1480–1545) Libro llamado relox de príncipes (1529), wobei ihm nicht das spanische Original, sondern die italienische, in 35 Kapiteln geordnete und gekürzte Übertragung von Mambrino Roseo da Fabriano (d. h. Collenuccio Costo, 1500–nach 1573), Institutione del Prencipe Christiano (1543), als Vorlage diente. Am 1. Mai 1629 unterbreitete Christian schließlich die letzten Teile seiner Übersetzung Fürst Ludwig zur verbessernden Durchsicht. Nach einem aufwändigen Korrekturprozess, in den auch Diederich von dem Werder (1584–1654) einbezogen wurde, erschien das Werk als Unterweisung eines christlichen Fürsten18 1639 in Köthen. Vom Ausgangstext blieb nach dem Umweg über das Italienische und der sorgfältigen Bearbeitung durch Christian nicht mehr viel übrig; an die Stelle von Guevaras Helden tritt die Idealgestalt eines fruchtbringenden, christlich-tugendhaften, demütigen Fürsten.19

Noch 1640 schloss Christian die Drucklegung seines zweiten größeren Übersetzungswerkes ab: Von der Beharligkeit der Außerwehlten.20 Das Original stammte von dem hugenottischen Prediger zu Paris, Charles Drelincourt d. Ä. (1595–1669), und trug den Titel De la Persévérance des Saincts, ou de la fermeté de l’amour de Dieu (1625). Das Erbauungsbuch greift die wesentlichen Lehrstücke der reformierten Dogmatik auf, unter Auslassung aller polemischen Kontroverstheologie. Die angehängten „letzten Stunden des Herren von Plessis-Mornay“ stellen eine Übersetzung von Jean Daillés (1594–1670) Les dernières heures de M. Du Plessis Mornay (1624) dar. Gemeint ist Philippe Duplessis-Mornay (1549–1623), Führungsgestalt der Hugenotten unter König Heinrich III. von Navarra (1553–1610), dem späteren König Heinrich IV. von Frankreich. Für Christian, der Duplessis-Mornay 1617 in Saumur kennengelernt hatte, war dieser Adlige ein Vorbild reformierter Glaubensstärke, denn er habe der ganzen Christenheit „durch gewaltige lehrreiche Schriften zu dienen/ und dadurch die ehre GOttes zu befördern sich gar nicht geschämet“.21

Ende der 1640er Jahre verdeutschte Christian schließlich die Agoges des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaiologos (1350–1425), eine Lehrschrift für dessen Sohn Johannes VIII. (1392–1448), nach einer anonymen französischen Übersetzung (Paris 1585), die auch ein „Gemählde des Frülings“ und ein Gespräch des turkomongolischen Heerführers Timur (1336–1405) mit dem von ihm gefangenen osmanischen Sultan Bayezid I. (1360–1403) enthielt, beides ebenfalls aus der Feder des Kaisers. Die Übersetzung, die Christian seinen Söhnen widmete, erschien als Hundert Königliche Lehren vnd Väterliche Gebotte 1650 in Köthen.22

V. Die FG diente jedoch nicht nur der Sprach- und Literaturarbeit. In einem Weiterdenken des ersten, tugend- und nützlichkeitsethischen Gesellschaftsziels, unabhängig von konfessioneller Zugehörigkeit oder politischem Standpunkt, wollte die FG während des Dreißigjährigen Krieges eine Plattform für unverdächtige, friedens- und ausgleichsorientierte Verständigung bieten, indem sie „keinen ehrgeitz, sondern nur einigkeit und vertrauligkeit“ suchte23, indem „in und bey dieser Gesellschafft alles zu nutzen/ frommen/ und ergetzung/ niemand aber zu leide/ schaden oder verdruß gerichtet sein“ sollte.24 Die irenische und säkular-patriotische Tendenz im Wirken der FG verstärkte sich daher im Verlauf des Krieges mit seiner sich immer mehr verselbständigenden Dynamik und seinen verschwimmenden Konfliktgrenzen. In der FG sollte keinesfalls „von den strittigen Glaubenssachen gehandelt“ werden, „sondern von Fortpflantzung der Teutschen Aufrichtigkeit und Frömmigkeit/ als den Früchten unsers Christenthums“.25 In der Folge des Krieges war dieses Gesellschaftskonzept gefährdet: „Trewe vndt Aufrichtigkeitt ist wildprett“, notierte Christian 1641 lakonisch in seinem Tagebuch.26 Umso ernster erinnerte er 1651 in der Rückschau auf den Dreißigjährigen Krieg an die ursprünglichen Ziele der FG: „Der rechte zweck der fruchtbringenden gesellschafft [soll] eigentlich sein, die einigkeit zu befördern, allen streit, widerwillen, zanck v[nd] mißstände zu vermeiden v[nd] aufzuheben, gutes teutsches vertrauen vnder den mitgliedern zu stifften v[nd] anzurichten, vnd was verdrießlich, abzuthun.“27



1 Zur FG siehe Gabriele Ball / Klaus Conermann / Andreas Herz / Helwig Schmidt-Glintzer: Fruchtbringende Gesellschaft (1617–1680). Hundert Jahre nach der Reformation. Forschungen der Arbeitsstelle der Sächsischen Akademie der Wissenschaften an der Herzog August Bibliothek (Wolfenbütteler Forschungen, 150), Wiesbaden 2017; Andreas Herz: Der edle Palmenbaum und die kritische Mühle. Die Fruchtbringende Gesellschaft als Netzwerk höfisch-adeliger Wissenskultur der frühen Neuzeit, in: Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften 2 (2009), S. 152–191 [Online]; Gabriele Ball: Alles zu Nutzen — The Fruchtbringende Gesellschaft (1617–1680) as a German Renaissance Academy, in: Arjan van Dixhoorn / Susie Speakman Sutch (Ed.), The Reach of the Republic of Letters. Literary and Learned Societies in Late Medieval and Early Modern Europe, Leiden 2008, Vol. 2, S. 389–422. Siehe auch das Online-Portal: www.die-fruchtbringende-gesellschaft.de. Die Leistungen der FG in ihrer Sprach- und Literaturarbeit sind dokumentiert in Die deutsche Akademie des 17. Jahrhunderts. Fruchtbringende Gesellschaft. Kritische Ausgabe der Briefe, Beilagen und Akademiearbeiten (Reihe I), Dokumente und Darstellungen (Reihe II). Begründet von Martin Bircher(†) und Klaus Conermann. Im Auftrag der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, in Kooperation mit der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel hg. von Klaus Conermann. Reihe I, Abt. A: Köthen, Bde. 1–9. Wolfenbüttel, ab Bd. 3: Leipzig 1992–2019; Reihe II, Abt. A: Köthen, Bd. 1, Wolfenbüttel 1992, im Folgenden zitiert als DA Köthen I.1–9 bzw. II.1.[↑]

2 Vgl. Klaus Conermann: Die Fruchtbringende Gesellschaft und das Fürstentum Anhalt, in: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Landeskunde 16 (2007), S. 11‒39, hier S. 18; Ders.: War die Fruchtbringende Gesellschaft eine Akademie? Über das Verhältnis der Fruchtbringenden Gesellschaft zu den italienischen Akademien, in: Martin Bircher / Ferdinand van Ingen (Hg.), Sprachgesellschaften, Sozietäten, Dichtergruppen, Hamburg 1978, S. 103–130.[↑]

3 Kurtzer Bericht der Fruchtbringenden Gesellschafft Zweck und Vorhaben (Köthen 1622), in: DA Köthen II.1, S. [7]–[10], hier S. [8].[↑]

4 Ebd., S. [10].[↑]

5 Vgl. Klaus Conermann (Hg.): Fruchtbringende Gesellschaft. Der Fruchtbringenden Gesellschaft geöffneter Erzschrein. Das Köthener Gesellschaftsbuch Fürst Ludwigs I. von Anhalt-Köthen 1617–1650, Bd. 2, Leipzig [zugleich Weinheim] 1985, S. 35f.; Ders.: War die Fruchtbringende Gesellschaft eine Akademie? (Anm. 2), S. 113f.; Herz: Der edle Palmenbaum (Anm. 1), S. 169f., 173 und 179.[↑]

6 Vgl. Michael Freyer: Barocke Wissenschaft. Pädagogik ‘im Licht der Gnaden’. Der systematische Ort der Theologie in W. Ratkes ‘Didaktik’ als Dachwissenschaft, in: Paedagogica Historica 24 (1984), S. 83–104; Uwe Kordes: Wolfgang Ratke (Ratichius, 1571–1635). Gesellschaft, Religiosität und Gelehrsamkeit im frühen 17. Jahrhundert, Heidelberg 1999.[↑]

7 Vgl. DA Köthen I.4, S. 11; Conermann (Hg.): Der Fruchtbringenden Gesellschaft geöffneter Erzschrein (Anm. 5) II, S. 38; Klaus Conermann: Das Deutsche und die Vielsprachigkeit in der Frühzeit der Fruchtbringenden Gesellschaft. Der Köthener Hof als Laboratorium der Sprach- und Versarbeit, in: Jean Balsamo / Anna Kathrin Bleuler (Hg.), Höfe als Laboratorien der Volkssprachigkeit zur Zeit der Renaissance (1480–1620) / Les Cours: lieux d’élaboration des langues vernaculaires à la Renaissance (1480–1620), Genf 2015, S. 335–380 und 444f.; Ulrike Gleixner: Sprachreform durch Übersetzen. Die Fruchtbringende Gesellschaft und ihre „Verdeutschungsleistung“ in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, in: Werkstatt Geschichte 48 (2008), S. 3–23.[↑]

8 Vgl. Klaus Conermann: Der Ort der Akademie. Netzwerke in der Fruchtbringenden Gesellschaft und anderen deutschen und europäischen Akademien des 17. Jahrhunderts, in: Gerhard Fouquet / Jan Hirschbiegel / Sven Rabeler (Hg.), Residenzstädte der Vormoderne. Umrisse eines europäischen Phänomens, Ostfildern 2016, S. 385–425 und Abb. 1–6; Herbert Jaumann: Sprachgesellschaft, in: Jan-Dirk Müller u. a. (Hg.), Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte, Bd. 3, Berlin/New York 2003, S. 476–479, hier S. 477; Tibor Klaniczay: Die Akademie als die Organisationsform der intellektuellen Elite in der Renaissance, in: August Buck / Tibor Klaniczay (Hg.), Sozialgeschichtliche Fragestellungen in der Renaissanceforschung, Wiesbaden 1992, S. 1–15, hier S. 12 und 15; Stefanie Stockhorst: Zur Archäologie der philologischen Zusammenarbeit am Beispiel der Fruchtbringenden Gesellschaft. Programm, Projekte und Praxis, in: Dies. / Marcel Lepper / Vinzenz Hoppe (Hg.), Symphilologie. Formen der Kooperation in den Geisteswissenschaften, Göttingen 2016, S. 143–165.[↑]

9 Siehe u. a. Klaus Conermann: Akademie, Kritik und Geschmack. Zur Spracharbeit der Fruchtbringenden Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, in: Unsere Sprache. Beiträge zur Geschichte und Gegenwart der deutschen Sprache. Schriftenreihe der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen/Anhalt 1 (2008), S. 17–52; Andreas Herz: Sprachausbau und -regulierung. Zur Spracharbeit der Fruchtbringenden Gesellschaft am Beispiel der Orthografie, in: Denkströme. Journal der Sächsischen Akademie der Wissenschaften 16 (2016), S. 52–68 [Online]; Ders.: Ratio und consuetudo. Sprachnorm und Sprachvarianz in der grammatikologischen Kontroverse der Fruchtbringenden Gesellschaft, in: Eva Cancik-Kirschbaum / Anita Traninger (Hg.), Wissen in Bewegung. Institution — Iteration — Transfer, Wiesbaden 2015, S. 255–287; Ders.: Die Rechtschreibdebatte in der Fruchtbringenden Gesellschaft. Probleme und Parameter der Normierung, in: Werner Kügel (Hg.), „Erfreuliche Nützlichkeit – Keim göttlicher Ehre“. Beiträge zum Harsdörffer-Birken-Colloquium des Pegnesischen Blumenordens im Oktober 2014, Passau 2015, S. 67–137.[↑]

10 DA Köthen I.6, Brief Nr. 410505, hier S. 215.[↑]

11 Conermann (Hg.): Der Fruchtbringenden Gesellschaft geöffneter Erzschrein (Anm. 5) III, 54f. Vgl. Gottlieb Krause (Hg.): Tagebuch Christians des Jüngeren, Fürst zu Anhalt, Leipzig 1858, S. 29.[↑]

12 Christians FG-Imprese (=Sinnbild) und Eintragung in Conermann (Hg.): Der Fruchtbringenden Gesellschaft geöffneter Erzschrein (Anm. 5) I, Bl. Nij v u.Niij r.[↑]

13 Siehe z. B. sein überschwängliches Lob des Tacitisten und Satirikers Traiano Boccalini (1556–1613) in einem Brief an Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen (Amberg, 4. 1. 1617), in: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Dessau-Roßlau, Z 70 Abt. Köthen A 9a Nr. 30, Bl. 6rv und 8rv. Vgl. DA Köthen I.1, Brief Nr. 231008.[↑]

14 Vgl. DA Köthen I.2, Briefe Nr. 280112, 280818 und 291013.[↑]

15 Vgl. DA Köthen I.8 (erscheint 2019), Briefe Nr. 471210 und 480517.[↑]

16 Die Weimarer Periode der FG (1650/51-1662/67) harrt noch einer eingehenden Quellen-Erschließung.[↑]

17 Vgl. z. B. DA Köthen I.1, S. 217, 255f., 455–457, 488–493 und 496–499; DA Köthen I.2, S. 149–159, 173–175 usw.[↑]

18 Die Vnterweisung Eines Christlichen Fürsten/ Aus dem Spanischen ins Jtaliänische erstlich übergesetzt/ Durch MAMBRINUM ROSEUM von Fabriano, Vor Jahren verdeutschet durch ein Mitglied der Fruchtbringenden Geselschaft/ Vnd anetzo im Druck gegeben (Köthen 1639) [Digitalisat]. Vgl. Krause (Hg.): Tagebuch Christians des Jüngeren (Anm. 11), S. 42f.; DA Köthen I.1, S. 225.[↑]

19 Vgl. Klaus Conermann: Editionsdesiderate. Die Werke der Fürsten Ludwig und Christian II. von Anhalt im Kontext der Akademiearbeiten der Fruchtbringenden Gesellschaft, in: Hans-Gert Roloff (Hg.), Editionsdesiderate zur Frühen Neuzeit. Beiträge zur Tagung der Kommission für die Edition von Texten der Frühen Neuzeit, 1. Teil, Amsterdam/Atlanta 1997, S. 391–490, hier S. 481–484.[↑]

20 Von der Beharligkeit der Außerwehlten. Oder Von Bestendigkeit der Liebe Gottes [...]. Zusamt den letzten Stunden des Herren von Plessis Mornay (Köthen 1641). Eigenhändiges Manuskript Fürst Christians im Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Dessau-Roßlau, Abt. Bernburg A 9b Nr.15 (105 Blätter). Vgl. zu dieser Übersetzung DA Köthen I.5, S. 479–481; DA Köthen I.6, S. 129–135; Conermann: Editionsdesiderate (Anm. 19), S. 479f.[↑]

21 DA Köthen I.6, S. 130, hier S. 133.[↑]

22 Hundert Königliche Lehren/ und Väterliche Gebotte/ Welche Keyser Emanuel Palæologus/ seinem Sohne Johanni Palæologo […] gegeben und fürgeleget. Neben Einer beschreibung des Frülings Und Einem gespräche Tamerlanis und Baiazeths/ nach dem dieser von ienem überwunden/ und gefangen gehalten worden [...] Alles Aus der Frantzösischen Sprache in die Hochdeutsche treulich übersetzet/ Durch ein Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft [Der Unverenderliche] ([Köthen] 1650) [Digitalisat]. Vgl. DA Köthen I.8 (erscheint 2019), Brief Nr. 480910; Conermann: Editionsdesiderate (Anm. 19), S. 484–490.[↑]

23 Fürst Ludwig von Anhalt-Köthen an Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg (Köthen, 18. 1. 1648), in: DA Köthen I.8 (erscheint 2019), Brief Nr. 480118.[↑]

24 Kurtzer Bericht (Anm. 3), S. [9]f.[↑]

25 Carl Gustav von Hille: Der Teutsche Palmbaum: Das ist/ Lobschrift Von der hochlöblichen Fruchtbringenden Gesellschaft (Nürnberg 1647) [Digitalisat], ND München 1970 (Martin Bircher (Hg.), Die Fruchtbringende Gesellschaft. Quellen und Dokumente in 4 Bänden, Bd. 2), S. 75f. Vgl. Andreas Herz: Aufrichtigkeit, Vertrauen, Frieden. Eine historische Spurensuche im Umkreis der Fruchtbringenden Gesellschaft, in: Euphorion 105 (2011), S. 317–359.[↑]

26 Tagebuch des Fürsten Christian II. von Anhalt-Bernburg (Eintrag vom 17. 7. 1641), in: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Dessau-Roßlau, Z 18 Abt. Bernburg A 9b Nr. 14 (), Bd. 16, Bl. 113r.[↑]

27 Fürst Christian II. von Anhalt-Bernburg an Diederich von dem Werder, undatiert [1651], in: Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Dessau-Roßlau, Z 18 Abt. Bernburg C 17 Nr. 67, Bl. 18r.[↑]

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